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Interrail-Reise mit Kind: die schönsten Ecken Europas mit dem Zug erkunden

  • Elisa Löchel
  • 18. Apr. 2024
  • 9 Min. Lesezeit

Eine Interrail-Reise ist eine aufregende Möglichkeit, Europa zu erkunden. Wir als Familie lieben das Zugreisen und mit einem sehr gut ausgebauten Streckennetz in Europa kann man viele schöne Ecken erkunden. In den Osterferien sind wir zwei Wochen mit dem Interrail-Ticket verreist - erst eine Woche Minimadame und ich allein, dann eine Woche zu dritt - und in diesem Blogartikel werden wir euch mit zu den Stopps nehmen: Zürich, Verona, Padua, Venedig, Wien, Bratislava und Budapest.



Das Interrail-Ticket - Ein Überblick

Manch einer hat bereits in seiner Jugend mit dem Interrail-Ticket Bekanntschaft gemacht, aber an uns ist dieser Trend leider vorbei gegangen. Das Interrail-Ticket ist jedoch glücklicherweise alterslos und auch super für Familien mit Kindern geeignet.

  1. Tickettypen: Es gibt verschiedene Arten von Interrail-Tickets, je nachdem, welche Länder man besuchen möchten und wie lange die Reise dauern soll. Die beiden Hauptarten sind der Interrail Global Pass und der Interrail One Country Pass. Der Global Pass ermöglicht Reisen durch mehrere Länder, während der One Country Pass nur für ein einzelnes Land gültig ist.

  2. Gültigkeitsdauer: Die Gültigkeitsdauer hängt von der Art des Tickets ab, das man erwirbt. Man kann ein Ticket für unterschiedliche Zeiträume kaufen, z.B. 5 (Reise-)Tage innerhalb von 1 Monat. Dafür ist es gut, seine Reiseroute grob zu planen, damit man weiß, welches Ticket passt.

  3. Reservierungen: Für einige Züge, insbesondere für Hochgeschwindigkeitszüge und Nachtzüge, ist eine Reservierung erforderlich. Diese Reservierungen sind nicht im Interrail-Ticket enthalten und müssen separat erworben werden.

  4. Nutzung von Fähren und öffentlichen Verkehrsmitteln: Einige Interrail-Tickets bieten auch Vergünstigungen oder kostenlose Nutzung von Fähren und öffentlichen Verkehrsmitteln in den besuchten Ländern. Es lohnt sich, die Details des Tickets zu überprüfen, um zu sehen, welche zusätzlichen Vorteile es bietet.



Vorbereitung und Auswahl des richtige Interrail-Passes

Da wir mehrere Länder durchreisen wollten, haben wir uns für einen Global Pass entschieden. Die erste und letzte Fahrt dürfen dabei durch Deutschland führen, alle anderen Fahrten müssen im Ausland erfolgen. Die Webseite und die App von Interrail ist bei der Planung und Durchführung wirklich genial.


Der erste Schritt, war auf der Webseite unsere Reise in der Theorie zu planen, also in einem Reiseverlaufsplan alle Städte festzuhalten, die wir gerne besuchen möchten und wie viele Tage wir insgesamt unterwegs sein möchten. Die Webseite schlägt einem dann automatisch den passenden Pass dafür vor. Meine Tochter und ich hatten einen Global Pass, mit dem man 10 Reisetage innerhalb von 2 Monaten machen darf. An den Reisetagen darf man so viele Züge nutzen, wie man möchte. Da mein Mann nur eine Woche dabei war und auch nur drei Zugfahrten brauchte, war für ihn ein kürzerer Pass sinnvoll.


Ihr könnt euch wie früher für einen Pass in physischer Form entscheiden, aber wir haben den Online-Pass gewählt, den wir sehr praktisch in der App nutzen konnten. Wir hatten zudem noch Glück und haben einen Rabattangebot genutzt, dass es zu Beginn des Jahres gab und mit dem man 15% auf alle Tickets sparen konnte. Es lohnt sich also, die Webseite hierzu schon frühzeitig im Auge zu haben. Im Voraus solltet ihr euch bei Verbindungen, die ihr unbedingt nehmen wollt und für die eine Sitzplatzreservierung oder ein Zuschlag Pflicht ist, um die notwendigen Reservierungen kümmern. Bei uns war das vor allem die Fahrt von Venedig nach Wien, da es nur einen Direktzug am Tag gab, und unsere Rückreise mit dem Nachtzug von Budapest nach Stuttgart, für den wir uns ein Schlafabteil buchten. In Italien z.B. ist in allen Schnellzügen eine Sitzplatz-Reservierung Pflicht, aber die kann man sich normalerweise auch problemlos noch einen Tag vorher oder am selben Tag im Bahnhof kaufen.


Das Interrail-Ticket im Einsatz

Sobald die Reise losgehen soll, kann man das Interrail-Ticket mit seinem Reiseplan in der App verknüpfen und mit einem Klick aktivieren. Der Reiseplan kann hinterher noch geändert werden, wenn man doch eine andere Verbindung nutzen möchte, aber ich fand es sehr komfortabel, dass wir nahezu alle Zugverbindungen, die wir nehmen wollten, schon bereit hatten, denn dadurch ist das Ticket an den einzelnen Reisetagen denkbar einfach zu nutzen. Man muss bei der gewünschten Zugverbindung den kleinen Regler nur noch nach rechts schieben und schon erhält man sein Ticket für den Tag als QR-Code, welchen man auf Verlangen dem Zugpersonal vorzeigen kann. Minimadames Pass war bei mir mit in der App und mein Mann hatte seinen auf dem eigenen Handy.




Unsere Route

Zürich: Das erste Ziel unserer Reise war Zürich, vor allem, weil ich nicht die Strecke nach Norditalien an einem Tag zurücklegen wollte. Zürich bietet eine Fülle von Aktivitäten für Familien, von Museen über Parks bis hin zu malerischen Spaziergängen am Zürichsee. Wir waren allerdings nur einen Nachmittag und eine Nacht dort, weswegen wir unser Sightseeing auf einen ausgedehnten Spaziergang durch die Stadt und entlang des Sees konzentriert haben. Wir hatten generell auf unserer Reise eher Lust auf Aktivitäten draußen und haben daher keine Museen besucht, auch wenn alle Städte sicherlich eine gute Auswahl bieten.

Unser Hotel: Swiss Chocolateby Fassbind Zurich (*) - nettes kleines Hotel in bahnhofsnähe mit Schokobrunnen


Verona: Von Zürich aus machen wir uns auf den Weg nach Verona, der romantischen Stadt in Norditalien. Verona ist berühmt für das Haus von Romeo und Julia sowie für das gut erhaltene römische Amphitheater, in dem im Sommer Opernaufführungen stattfinden. Wir waren zum ersten Mal in Verona und ich fand, es ist eine italienische Stadt wie aus dem Bilderbuch. Es hat uns viel Spaß gemacht, die engen Gassen der Altstadt zur erkunden - vor allem als die Tagestouristen weg waren.

Außerdem hatten wir ein besonderes Highlight: einen Gelato-Workshop(*), in dem wir gelernt haben, wie man italienisches Eis herstellt. Der Workshop ist gut mit Kindern zu besuchen. Er geht nur zwei Stunden und am Ende verkostet man gemeinsam das leckere Eis.

Kulinarische Must-Visits: kleine gefüllte Brioche-Buns bei Minuto di Bauli (am besten an der Theke oder zum Mitnehmen) und das Mittagessen mit der besten Aussicht gibt es bei Salumeria Gironda. Hier wählt ihr euch Käse, Wurst, Antipasti und Brot an der Theke und bekommt es in einem kleinen Picknick-Korb mit auf die Terrasse.

Unser Hotel: Boutique Hotel Touring (*) - wunderschönes kleines Hotel mitten in der Altstadt von Verona


Padua: Unsere Reise führt uns weiter nach Padua, einer charmanten Stadt in der Region Venetien. Padua ist bekannt für seine prächtige Basilika des Heiligen Antonius und die historische Universität, die zu den ältesten der Welt gehört. Leider hat uns hier ein bisschen der Regen einen Strich durch die Rechnung gemacht, weswegen wir hauptsächlich einen Vormittag lang durch die Stadt gezogen sind. Mein Lieblingsort war das große Marktgewölbe, in dem man viele Essenstände findet und das nachts wunderschön angestrahlt wird.

Unser Hotel: Hotel Europa (*) - etwas älteres Hotel mit Tagungshotel-Charakter, sehr gutem Restaurant und zwischen Bahnhof und Altstadt gelegen


Venedig: Von Padua fuhren wir eine kurze Zugfahrt lang nach Venedig, der Stadt der Kanäle und Brücken. Venedig ist im Vergleich zu Verona und Padua riesig und mit Kind empfehlen wir daher unbedingt ein Ticket für den Wasserbus, damit man auch die entlegeneren Winkel gut erreichen kann. Wenn die Stadt nicht gerade von Touristen überlaufen ist, finde ich jede Ecke einfach malterisch und liebe die vielen versteckten Gassen und Plätze. Besonder berühmt sind der Markusplatz, der Dogenpalast und die Rialto-Brücke. Auch hier hatten wir viel Regen, daher haben wir es nicht auf die umliegenden Inseln wie Murano und Burano geschafft, die wir vor ca. 10 Jahren ohne die Minimadame schon mal besucht hatten.

Kulinarische Empfehlungen von uns: Tiramisu bei I Tre Mercanti - es ist wahnsinnig lecker und durch die Scheibe kann man den Entstehungsprozess beobachten. Sehr gute Pasta hatten wir in der Trattoria all Ferrata.

Unser Hotel: Ca'Nigra Lagoon Hotel (*) - wunderschönes Boutique-Hotel, fußläufig vom Bahnhof zu erreichen mit süßen Zimmern und sogar einem Garten


Wien: Unsere nächste Station war Wien, die prächtige Hauptstadt Österreichs. Wien ist reich an kulturellen Sehenswürdigkeiten wie dem Schloss Schönbrunn, der Hofburg und der berühmten Wiener Staatsoper. Für Kinder - vor allem wenn sie wie unseres noch nicht so Rummel-erfahren sind - ist natürlich der Besuch des Praterparks mit seinem berühmten Riesenrad und seinen vielen Fahrgeschäften ein absolutes Highlight. Minimadame ist hier zum ersten Mal Kettenkarussel und Wilde Maus gefahren, während der Mann sich über die richtigen Achterbahnen freute.

Kulinarische Empfehlungen von uns: Zum Frühstück ins Café Zehnsiebzig oder ins Drechsler Wienzeile. In der Knödel-Manufaktur gibt es herzhafte und süße Knödel in vielen tollen Varianten.

Unser Hotel: Arcotel Wimberger Wien (*) - liegt verkehrgünstig am Westbahnhof mit vielen Café und Restaurants drumherum und schön designten Zimmern


Bratislava: Von Wien aus ist man nach einer kurzen Fahrt schon in Bratislava, der charmanten Hauptstadt der Slowakei. Daher bietet sich das auch super für einen Tagesausflug an (nur lasst euch nicht vom außerhalb liegenden Bahnhof abschrecken). Wir haben hier zwei Nächte verbracht und so einen vollen Tag zum Erkunden, aber auch zum Ausspannen auf der Hotelterrassse genutzt. Bratislava ist eine Stadt voller Geschichte und Charme, und die malerische Altstadt lädt zu entspannten Spaziergängen ein. Von der imposanten Burg Bratislava genießet man eine schöne Aussicht auf die Donau. Was hier fehlt, ist ein bisschen die Promenade an der Donau entlang, aber ansonsten fanden wir die Altstadt sehr besuchenswert.

Kulinarische Empfehlungen von uns: Im FACH gibt es slowakische Küche neu interpretiert. Im Koliba Kamzik dafür die klassischen Gerichte. Das beste Frühstück in einem super stylishen Lokal findet ihr im Urban House.

Unser Hotel: Radisson Blu Carlton Hotel (*) - wir hatten ein Familienzimmer mit Terasse und Blick auf die Altstadt und es war traumhaft


Budapest: Unsere letzte Station war Budapest, die faszinierende Hauptstadt Ungarns, die für ihre beeindruckende Architektur bekannt ist. Hier hatten wir gleich zwei Aktivitäten eingeplant: Zum Einen haben wir eine geführte Tour durch einen kleinen Teil der Stadt gemacht, was perfekt war, um mehr über die Gegend, aber auch die ungarische Geschichte zu erfahren. Unsere Tourleiterin Dominika war großartig und mit 90 Minuten war die Führung auch nicht zu lang für die Minimadame.

Zum Anderen haben wir eine abendliche Fahrt auf der Donau (*) unternommen, was mir persönlich besonders gut gefallen hat. Man kann diese Fahrten natürlich auch tagsüber unternehmen, aber ich hatte gelesen, dass die Bauwerke nachts angestrahlt werden und tatsächlich war das ein besonders romantischer Anblick im Dunkeln.

An unserem letzten Tag hatte Minimadame Geburtstag und so verbrachten wir ihn zum Teil mit weiteren Erkundungen auf der Budaer Seite, aber auch mit einem Besuch im Katzen-Café und einem riesigen Eisbecher im Café Gerberaud. Budapest hat so viele Spielplätze wie ich es noch in keiner Stadt vorher erlebt habe und die meisten trumpfen dazu noch mit einem besonderen Konzept. Hier lässt sich wunderbar Sightseeing mit Spielplatz-Hopping verbinden.

Kulinarische Empfehlungen von uns: Best Bagel hält was der Name verspricht und hat auch eine tolle vegane Auswahl. Dass ein toller Spielplatz und die wunderschöne Basilika in der Nähe sind, macht es noch besser. Im Mazel Tov einen Platz zu bekommen, ist schwierig, aber es lohnt sich. Im Tati Farm to table bekommt ihr ungarische Küche neu interpretiert und es gibt extra ein Kindergericht auf der Karte.

Unser Hotel: EST Grand Hotel Savoy (*) - auch wenn der Name es anders vermuten lässt, ein gemütliches Hotel mit Lage an den Haupt-Metro-Routen und vielen Restaurants in der Nähe


Heimreise mit dem Nachtzug: Am Abend gegen kurz vor neun fuhr der Nachtzug ab Budapest Richtung Stuttgart. Nachdem der Mann und ich vor dem Kind schon mit dem Nachtzug unterwegs gewesen waren, wollten wir nun dieses Abenteuer nochmal als Familie ausprobieren. Wir hatten einen Schlafwagen gebucht, aber bei der Abreise hieß es dann, diese Kategorie sei heute nicht verfügbar und wir mussten mit einem Liegewagen vorlieb nehmen. Wir konnten dabei schon froh sein, dass wir diesen nur für uns hatten, denn andere Personen mussten sich anscheinend nun ihren Liegewagen sogar teilen. Ich habe nun keinen Vergleich zum Schlafwagen der ÖBB, aber die Liegen waren auf jeden Fall sehr schmal und es gab keinen Rausfallschutz, auch nicht für die oberen Liegen. Glücklicherweise waren die "Matratzen" lose auf den Liegen und so legten wir einfach eine in den Fußraum, damit die Minimadame dort schlafen konnte. Das Einschlafen stellte sich als sehr herausfordernd heraus, aber als die junge Dame erst einmal in den Schlaf gefunden hatte, hatte sie eine sehr gute Nachtruhe. Bis auf eine sehr unangenehme Unterbrechung: um 4 Uhr morgens fand mit Überqueren der deutschen Grenze eine Passkontrolle statt. Das Kind schlief glücklicherweise fast augenblicklich wieder ein, aber bei mir ist so ein frühmorgendliches Wachwerden immer nervig: ich musste mich auf die - nicht sehr saubere - Toilette quälen und brauchte über eine Stunde bis ich wieder in einen nicht sonderlich tiefen Schlaf fand. Ob wir den Nachtzug mit Kind empfehlen können, hängt also sehr von der Strecke ab und ob ihr und der Rest der Familie auch bei Störungen und Fahrgeräuschen gut schlafen könnt.


Trotz der durchwachsenen Nachtzugerfahrung steht für uns fest: eine Interrail-Reise ermöglicht es einem, sehr unkompliziert in Europa herumzukommen und verschiedene Kulturen und Städte auf eine einzigartige Weise zu entdecken. Von den malerischen Gassen Venedigs bis zur prächtigen Architektur Budapests gab es auf unserer Reise viel zu entdecken und zu erleben. Wir waren sicherlich nicht das letzte Mal mit dem Interrail-Ticket unterwegs, denn das Konzept hat sich für uns bewährt und das Zugreisen super einfach gemacht. Habt ihr schon eine Interrail-Reise gemacht oder würdet ihr gerne mal so auf Reisen gehen?


Disclaimer: Mit (*) gekennzeichnete Links sind Affiliate-Links, d.h. ich bekomme eine kleine Provision, wenn du darüber buchst. Für dich bleibt der Endpreis trotzdem der gleiche und du kannst meine Arbeit an diesem Blog unterstützen. Dieser Beitrag spiegelt unsere persönlichen Erfahrungen und Eindrücke wider. Wir haben keinerlei finanzielle Vergütung oder andere Formen der Unterstützung von den genannten Unternehmen, Sehenswürdigkeiten oder Unterkünften erhalten. Alle Meinungen und Empfehlungen in diesem Beitrag basieren ausschließlich auf unseren eigenen Erfahrungen. Bitte beachtet, dass sich Gegebenheiten im Reiseziel im Laufe der Zeit ändern können, daher empfehlen wir, aktuelle Informationen vor der Reise einzuholen.

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